Chiropraktik

Die Chiropraktik ist eine ganzheitliche Behandlungsmethode, die mit der Hand, also manuell durchgeführt wird. CHIRO = Hand, PRAXIS = ausführen/ tun. Der Hauptfokus der Chiropraktik liegt auf der Behandlung der Wirbelsäule, die als Schutzmantel des Rückenmarkes eine zentrale Rolle in der Nervenversorgung des gesamten Körpers spielt. Die uneingeschränkte Beweglichkeit eines jeden Wirbelgelenkes ist sehr wichtig, da zwischen jedem Wirbelpaar ein Nerv (Spinalnerv) austritt, der ein spezielles Gebiet (Haut, Muskel, Organ usw.) im Körper versorgt. Besteht eine Blockade in einem Wirbelgelenk, wird Druck auf den Nerv und seine benachbarten Blutgefäße ausgeübt, wodurch es zu einem gestörten Nerveninformationsfluss kommt. Außerdem wird durch die Bewegungseinschränkung weniger Gelenksflüssigkeit gebildet. Da diese jedoch für die Ernährung des Gelenksknorpels benötigt wird, kommt es auf längere Sicht zu Knorpelschäden. Folge davon sind Schmerzen, Muskelverspannungen, unspezifische Lahmheiten oder im fortgeschrittenen Stadium auch organische Probleme wie z.B. Fruchtbarkeitsprobleme, Harnträufeln, etc.
Aufgabe der Chiropraktik ist es, die normale Beweglichkeit der Gelenke wiederherzustellen.

Was ist eine Blockade?

Der Chiropraktiker versteht unter einer Blockade eine funktionelle Störung in der Beweglichkeit eines Wirbelgelenkes. Da dafür der Begriff der Subluxation (unvollständige Ausrenkung eines Gelenkes) verwendet wird ist dies oft irreführend, da es nichts mit einer Subluxation im schulmedizinischen Bereich zu tun hat. Ein Wirbel wird chiropraktisch nicht “eingerenkt” wie so häufig angenommen, da die Gelenkflächen völlig normal zu einander stehen und lediglich in ihrer Beweglichkeit und Funktion verändert sind. Ein Tier mit einem tatsächlich ausgerenkten Wirbel würde starke Schmerzen und Lähmungserscheinungen aufweisen und ist deshalb kein Fall für Chiropraktik oder Osteopathie, sondern für einen Tierarzt!

Wie wird eine Blockade gelöst?

Das wichtigste bei der chiropraktischen Behandlung ist Gefühl und die genaue Kenntnis der anatomischen Strukturen. Wird eine verminderte Beweglichkeit in einem Wirbelgelenk festgestellt, wird das Gelenk vorsichtig unter Spannung gebracht und ein gezielter Ruck = Thrust mit hoher Geschwindigkeit aber wenig Kraft durchgeführt. Wildes, ruckartiges Reißen an Schweif und Beinen bzw. Stemmen gegen die Wirbelsäule, wie es leider manchmal gezeigt wird, ist völlig unnötig und gefährlich, da es hierbei zu Überdehnung und Verletzung empfindlicher Strukturen wie Bändern und Kapselansätzen kommen kann. Vor allem aber ist es für das Tier sehr unangenehm.

Es ist sehr wichtig, dass ein Tier mit einem akuten Problem vor der chiropraktischen Behandlung schulmedizinisch untersucht wird, um Zustände wie z.B. Gelenks- und Sehnenentzündungen, Bänderrisse, Bandscheibenvorfälle oder Beschädigungen im Knochen- und Gelenksbereich (z.B. bei Halswirbelsäulentraumen) abzuklären. Auch bei chronischen Zuständen sollte im Zweifelsfall der chiropraktischen eine schulmedizinische Untersuchung vorangestellt werden.